Der Laserdrucker als Spion
Berlin [ENA] Sie drucken Dokumente oder sonstige Unterlagen aus und versenden diese? Dann sollten Sie wissen: Alles ist zurück zu verfolgen! Nicht so schlimm, meinen Sie? Im Grunde trifft dies zu, doch machen Sie sich klar: Mit einem Laserdrucker und dessen Druckerzeugnissen versenden Sie nicht nur Papier.
Sie versenden auch Daten. Wie soll das funktionieren? Eine Reihe von neuen Druckern markieren sämtliche Ausdrucke mit bestimmten Codes, die eine Rückverfolgung zum Besitzer ermöglichen. Anhand des Ausdruckes können Spezialisten (Nachrichtendienste oder Ermittlungsbehörden) Uhrzeit bzw. Datum des Ausdrucks und die Seriennummer des Gerätes identifizieren, obwohl nur weißes Papier vorliegt. Dies geschieht mit Hilfe einer sehr kleinen Matrix an Punkten, die nur mit starken Lupen und blauen Leuchtdioden sichtbar werden.
Natürlich ist dies nicht im Sinne der Kunden, denn alle Ausdrucke werden praktisch ohne Ihr Wissen mit Ihren Daten versehen. Schon allein über die Seriennummer kommen Ermittler schnell auf den Besitzer und wissen, wo das Gerät steht (es sei denn, der Drucker wurde privat ohne Vertrag und Belege veräußert). Die Polizei hat z. B. auf diesem Weg schon Fälscher von Eintrittskarten ausfindig gemacht. Neben den positiven Effekten, schränken derartige Maßnahmen jedoch die Freiheit der Nutzer ein. Wer gerne ‚lustige Briefe‘ schreibt, sollte dies möglicherweise bleiben lassen. Denn humorlose Empfänger können mit den modernen Ausdrucken jederzeit zu den Behörden rennen und Ermittlungen auslösen.
Auch der Zeitpunkt der Erstellung (Ausdruck) ist bekannt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Daten integriert werden. Äußerste Vorsicht ist bei Kalkulationen oder Daten über finanzielle Sachverhalte angebracht. Experten empfehlen weiterhin mit älteren Druckern zu arbeiten, die noch anonyme Ausdrucke ermöglichen. Welche Drucker sind betroffen? Eine komplette Liste zu veröffentlichen führt zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Sie können aber sicher sein: Alle Hersteller moderner Laserdrucker integrieren diese Technologien. Es gibt nur eine Alternative: Ältere Baujahre bevorzugen, den guten alten Tintenstrahler herausholen oder die Schreibmaschine für ‚schriftliche Ausbrüche deftiger Natur‘ benutzen.




















































