Donnerstag, 23.02.2012 14:27 Uhr

Unfallgefahr: Lange Dienstreisen mit dem Auto

Verfasser: Siegfried Schwarz München, 11.08.2011, 10:54 Uhr
Presse-Ressort von: Reichstein Research Group Bericht 3957x gelesen
Sprit sparen bei Dienstreisen und Privatfahrten
Sprit sparen bei Dienstreisen und Privatfahrten  Bild: Fotolia.de

München [ENA] Auch für Journalisten immer wieder ein Thema: Dienstreisen und Privatfahrten. Schnell kommen einige Tausend Kilometer zusammen, und mit zunehmender Kilometerleistung steigt statistisch gesehen das Unfallrisiko. Welche Tricks kennen die Profis, um Unfallfolgen möglichst gering zu halten?

«Physikalisch sollte alles, was sich in einem Auto befindet, möglichst gut mit dem Fahrzeug verbunden sein. Das heißt: Fahrzeuginsassen sollten richtig angegurtet sein, Kinder dem Alter und der Größe entsprechend in den passenden Kindersitzen geschützt, Haustiere sicher verwahrt und Ladung ordentlich verstaut sein», erläutert Steffan Kerbl. Er ist Techniker des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC in Wien. Was einfach klingt, wird in der Realität oft nicht gemacht - aus Unwissenheit, Nachlässigkeit oder Faulheit. Meist sind es aber nur ein paar Handgriffe, mit denen man die Sicherheit im eigenen Auto erhöhen kann.

Bei Unfällen schwere Gelenksverletzungen vermeiden

Wie man sich bettet, so liegt man, sagt ein weiser Spruch. Auf Autofahrer umgesetzt lautet er: Wie man sich setzt, so fährt man. Dem eigenen Rücken und der Sicherheit zuliebe ist eine möglichst aufrechte Sitzposition empfehlenswert. Arme und Beine sollten immer angewinkelt sein. Das linke Bein darf beim Durchtreten der Kupplung nicht durchgestreckt werden. Die Arme müssen in jeder Situation angewinkelt sein. «Bei durchgestreckten Armen und Beinen drohen bei einem Unfall schwere Gelenksverletzungen», warnt der ÖAMTC-Techniker. Die Schutzwirkung der Sicherheitsgurte ist beim aufrechten Sitz am besten.

Nicht zu vergessen ist die Einstellung der Kopfstütze. «Für eine ideale Schutzwirkung ist die Oberkante der Kopfstütze mindestens genauso hoch wie die Oberkante des Kopfes. Der Abstand vom Kopf zur Kopfstütze sollte eine Handbreit betragen», legt Kerbl Autoinsassen ans Herz. Nur wenige Menschen haben so viele Leben gerettet wie Nils Bohlin, jener Volvo-Ingenieur, der 1959 den Dreipunkt-Sicherheitsgurt erfand. Insgesamt reduzieren Gurte das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen bei Verkehrsunfällen um rund die Hälfte - vorausgesetzt, sie werden richtig verwendet. Der Gurt muss am Körper anliegen. Vor allem der Beckengurt muss straff gespannt sein. Beim Angurten heißt das:

Zuerst den Gurt einrasten, dann den Beckengurt straff ziehen und erst danach loslassen. «Auf längeren Fahrten ist es besser, dicke Jacken oder gar Mäntel auszuziehen. Wer auf Kurzstrecken nicht frieren möchte, sollte statt eines Mantels eine Jacke nehmen und diese aufmachen. Dann kann man den Gurt immer noch ordentlich straff ziehen», rät Kerbl. Deshalb empfiehlt er, nichts auf Rücksitze und Hutablage zu legen. Ob Urlaubs- oder Einkaufsfahrt, Ladung gehöre nach Möglichkeit in den Kofferraum. Wenn es notwendig sei, könne man Gegenstände auch im hinteren Fußraum platzieren. Schwere Gegenstände müssten im Kofferraum möglichst weit unten an der Rückseite der hinteren Sitzbank platziert werden.

Achtung bei Fahrzeugen mit Fließheck: Hat das Fahrzeug keinen abgetrennten Kofferraum, sollte beim Packen auf die Höhe geachtet werden. Große Teile, die direkt an die Rücklehnen gestellt werden, verteilen den Druck auf diese und halten kleinere Gegenstände zurück. «Ob Kombi oder Van, Sicherheitsnetze und Trenngitter sorgen für zusätzliche Sicherheit - ohne diese darf das Gepäck die Oberkante der Rücksitzlehnen nicht überragen», mahnt Rainer.

Aber auch Ladung und Gepäck sollten mit Umsicht verstaut werden. Eine Kiste Bier auf der Rücksitzbank, der Regenschirm auf der Hutablage - bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall wird ungesicherte Ladung zum Geschoss. «Sie kann bei einem Frontalunfall mit rund 50 km/h Belastungen erzeugen, die dem 50-Fachen des Eigengewichts entsprechen. Da wird schon ein normaler Regenschirm lebensgefährlich, Koffer oder Getränkekisten können sogar die Sitze durchbrechen», erklärt der Ladungssicherungsexperte der ÖAMTC-Fahrtechnik, Konrad Rainer.

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